Die Sprache der Dinge. Philosophie und Kulturwissenschaften im deutsch-russischen Ideentransfer der 1920er Jahre

Einem bislang nur wenig erforschten Kapitel des deutsch-russischen Ideentransfers zwischen 1910 und 1930 widmet sich ein neues Forschungsprojekt am Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum, das die VolkswagenStiftung für drei Jahre fördert: der Wirkung der Staatlichen Akademie der Kunstwissenschaften (russische Abkürzung: GAChN) in Moskau. Das Projekt wird von einem deutsch-russischen Forscherteam durchgeführt und im Rahmen der neu eingerichteten Forschungsstelle „Russische Philosophie und Ideengeschichte" realisiert.

Die Staatliche Akademie der Kunstwissenschaften, die in ihrer kulturellen Bedeutung mit dem deutschen Bauhaus vergleichbar ist (und auch wie dieses maßgeblich von W. Kandinsky mit gestaltet wurde) bildete von 1921 bis 1929 den zentralen Ort der Diskussion um eine neue Bestimmung der Kultur- und Kunstwissenschaften in Russland. Der russische Husserl-Schüler Gustav Špet wirkte an der Akademie in seiner Funktion des Vize-Präsidenten als wichtiger Vermittler in der Rezeption und Weiterführung deutscher hermeneutischer, kultur- und kunstphilosophischer Konzeptionen. Die am Projekt beteiligten Forscher planen, nicht nur Špets umfassend angelegte Grundlegung der Kulturwissenschaften zu untersuchen, sondern auch ihre Anwendungen auf die verschiedenen Disziplinen der Kunstwissenschaften im Rahmen der GAChN zu rekonstruieren.

http://dbs.rub.de/gachn/

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